Feuerwerk - der Aufbau kann beginnen. Nachdem der für den Feuerwerk-Abschuss vorgesehene Platz fachgerecht vor dem Zutritt Unberechtigter abgesperrt worden ist (je nach eingesetzten Kalibern können das bis zu 300 Meter in alle Richtungen sein), bedarf es hoher körperlicher Anstrengungen, um die schweren Mörser und Gestelle, die für den Abschuss der Feuerwerk-Bomben benötigt werden, abzuladen und an den vorgesehenen Stellen zu positionieren. Oft sind die Abschussplätze nicht befahrbar und die Mörserkästen müssen einzeln über viele 100 Meter mittels Muskelkraft verbracht werden.

Die Abschussgestelle sind verteilt. Nun werden auf den Einzelpositionen (hier eine von 5 Feuerwerk-Abschussstellen) alle Mörser und Gestelle mittels geeigneten Materials verbunden. Dabei werden auch schon die Schussrichtungen eingestellt - dies ist nötig, um später ästhetische Feuerwerk-Bilder erzeugen zu können (z.B. bei Feuerwerk-Bomben mit Schweif). Standsicherheit ist absolute Notwendigkeit! Kein Kasten darf sich lösen und kippen! Die abgeschossenen Feuerwerkskörper könnten sonst leicht zu einer Gefahr für die Zuschauer werden. Dieser Teil der Arbeit ist mit einem hohen Maß an Verantwortung verbunden.

Grund Set-Up beendet. Alle Großfeuerwerk-Bomben wurden in die Mörserbatterien verladen (eingesetzt) und die Vorbrenner an den Abschussrampen befestigt. Die gedeckten Stoppinen sind so gelegt, dass eine aufsteigende Bombe keinesfalls die nächste an deren Zuleitung aus dem Mörser ziehen kann.

Schlechtwetterschutz - die Zwischenphase. Einige Kästen sind bereits abgedeckt, an anderen wird noch gearbeitet. An den Gestellen, die gefächert aufgestellt wurden, müssen noch Feuerwerk-Bomben, die zeitgleich im Fächer abgeschossen werden sollen, untereinender mittels elektrischer Anzünder querverbunden werden.

Die Verbindung steht! Feuerwerk-Effekte, die zeitgleich ausgeworfen werden sollen, sind nun miteinander verbunden. Dazu wurden die einzelnen elektrischen Brückenanzünder (Zünder) miteinander querverbunden. Um eine sichere und wasserfeste, vor allem aber eine einen Kurzschluss vermeidende Schaltung zu erhalten, werden Verbindungselemente verwendet, die unter anderem auch bei der Verkabelung von Telefonanlagen Verwendung finden. Die an den Kabeln der Zünder angebrachten Aufkleber markieren die Zündkreise, die später dem jeweiligen Kanal an der Zündanlage zugeordnet werden.

Der gefährliche Teil - das Einsetzen. Nicht umsonst benötigt man eine spezielle Ausbildung, um den Beruf des Pyrotechnikers ausführen zu dürfen. Das Einsetzen der Feuerwerk-Bomben ist eine Aufgabe, die bei falscher Handhabung im harmlosesten Fall schwerste Verletzungen hervorrufen kann. Sollte sich ein Feuerwerkskörper beim Einsetzen in den Mörser explodieren, wird das in der Regel den Tod des Feuerwerkers zur Folge haben. Man muss es (so fern überhaupt immer möglich) vermeiden, Körperteile über die Mündung des Rohres zu halten, andererseits ist es absolut unerlässlich, dass die Feuerwerk-Bombe auf dem Boden des Mörsers aufsitzt! Ein Hohlraum könnte zum Bersten des Rohres führen und die Bombe würde nicht zielgerichtet aufsteigen. Der Abschussdruck großer Bomben liegt bei einigen Tonnen! Es gab in der Vergangenheit mitunter verheerende Unfälle, bei denen beispielsweise der Kopf der einsetzenden Person durch eine vorzeitig ausgelöste Bombe abgetrennt wurde.

Das Zuweisen der Kanäle. Nun folgt eine weitere Arbeit, bei der hohe Konzentration gefragt ist. Die an den Anzündern angebrachten Nummerierungen (Pole) müssen mittels Verschleißdraht (Kupferkabel) dem richtigen Kanal an der Zündanlage (hier Funkempfänger) zugeordnet werden. Ist der Pyrotechniker unachtsam und klemmt Zündkreise verkehrt an, steigen die Feuerwerk-Bomben später nicht in der richtigen Reihenfolge auf, was Wochen der Planung zunichte machen kann. Bei Pyromusicals passen die Sequenzen dann nicht mehr zur Musik, eine Blamage wäre die unausweichliche Konsequenz. Wenn der Empfänger hier auch recht unscheinbar wirkt, ist er doch ein hochkomplexes intelligentes elektronisches Gerät, welches mittels Computertechnik und spezieller Software über einen Sender aus angesteuert werden kann.

Die Vorbrennerleiste - Timing gewährleistet. Die einzelnen Feuerwerkskörper werden bereits in der Werkstatt mit Zeitverzögerern versehen und zu Ketten (Sequenzen) zusammengefasst. Wird die erste Feuerwerk-Bombe einer Kette gezündet, empfängt der Vorbrenner (Zeitverzögerer, hier blau ummantelte Schwarzpulverseele zwischen den T-Stücken aus Plastik) ebenfalls Feuer und BRENNT einige Sekunden VOR dem nächsten Effekt (daher Vorbrenner). Nach einer vorher berechneten Zeit schlägt die Zündflamme dann die folgende Bombe an, die den nächsten Zeitverzögerer in Brand setzt. Dieser Vorgang wiederholt sich bis zum letzten Feuerwerkskörper der Kette. Vorbrenner gibt es in allen erdenklichen Verzögerungszeiten, verschiedenste Systeme sind erhältlich. So ist gewährleistet, dass die Feuerwerk-Effekte einen gewissen Abstand zueinander haben und sich nicht gegenseitig "optisch zerschießen".

Wetterfest! Dem Erfinder der Küchenfolie müsste in der Pyrotechnik ein Denkmal gesetzt werden! Dank dieser "Stretchfolie" werden die Feuerwerk-Bomben vor plötzlicher Nässe geschützt. Deswegen können Großfeuerwerke heute auch bei stärksten Regenfällen fehlerfrei durchgeführt werden. Früher haben Feuerwerke wegen Nässe ab und an ausfallen müssen.

Die "Garnierung". Ein Feuerwerk nur mit Bomben ist zwar beeindruckend, aber um ein wahres Kunstwerk daraus zu machen bedarf es weiterer Effekte wie Römische Lichter, Feuerwerk-Batterien (Cakes) oder Feuertöpfe. In Kombination mit den Bomben ergeben sich dann "Blumensträuße", “Flaggen“ oder ganze "Palmengärten". Oft werden diese Effekte kleinerer Kaliber an anderen Orten aufgestellt, als die Bombenkästen. Die Show wird trotzdem perfekt synchron laufen, weil der Zündcomputer die Funkanlagen untereinander synchronisiert. Dieses Bild zeigt die kleineren Effekte eines Feuerwerkes der Bothmer Pyrotechnik im Yachthafen von Warnemünde, die Bomben sind weit hinten am Leuchtturm positioniert.

Überblick nach Plan. Sind die Mörser für den Abschuss der Feuerwerksbomben abgeladen, müssen sie den jeweiligen Positionen auf dem Feld zugeordnet werden.
Jede Bombe benötigt ein Rohr. Die Logistik ist hier das A und O. Schon Wochen vorher, während der Planung der einzelnen Bilder des Feuerwerkes, werden Zeichnungen angefertigt, wie viele Mörser welchen Kalibers an welchen Positionen aufgebaut werden müssen.
Diese Zeichnungen sind die "Baupläne" der Pyrotechniker vor Ort.