Aufbau einer Feuerwerk-Kugelbombe
Der Hauptanteil der auf dem Markt befindlichen Kugelbomben wird in Fernost produziert. Die Kugelbomben gibt es vielen verschiedenen Größen. In der Feuerwerkerei werden alle Durchmesserangaben traditionell in Zoll (1 Zoll = 25,4 mm) verwendet. Kugelbomben werden aus entsprechenden Abschussrohren („Mörsern), bestehend aus Glasfaser verstärkten Kunststoffen („GfK-Rohr“) oder Polyethylen („PE-Rohr“), geschossen.

Bild 8: Technische Zeichnung einer Feuerwerk-Kugelbombe 100mm, Goldpalme
Befeuert wird die Kugelbombe über die Zündschnur (3). Das kann elektrisch mit Hilfe einer Zündpille erfolgen oder sie wird traditionell „per Hand“ mittels Zündlicht entfacht. Zuerst erreicht die Flamme die Stoppine (1). Da diese papierummantelt ist (2), spricht der Pyrotechniker von einer gedeckten Stoppine. Diese brennt mit mehreren hundert Metern pro Sekunde in das Päckchen (12) mit der aus Schwarzpulver bestehenden Ausstoßladung (13) hinein. Die Verbrennung der Ausstoßladung erzeugt einen Gasdruck, welcher die Kugelbombe aus dem Mörser je nach Kalibergröße bis zu 300m Höhe hinaustreibt. Zeitgleich mit der Ausstoßladung wird über den Zündpunkt (10) der Zündverzögerer (9) aktiviert. Innerhalb des Aufstieges brennt der Zündverzögerer langsam in das Zentrum der Kugelbombe. Im Idealfall ist am höchsten Punkt des Fluges der Kugelbombe (Kulminationspunkt) der Zündverzögerer bis zur Zündladung (8) abgebrannt. Über diese wird die Versatzladung/Zerlegeladung (6), ebenfalls bestehend aus Schwarzpulver (ggf. mit Beimischungen), zur Entzündung gebracht. Die Kugelbombe zerlegt am höchsten Punkt. Hierdurch zünden die Kometen (5) und werden ebenso zeitgleich wie gleichmäßig in alle Richtungen nach außen getrieben. Der herrliche Palmeneffekt erscheint am Himmel.

Bild 9: Bilderreihe verschiedener Feuerwerk-Kugelbomben aus dem Profi-Programm von Pyroland / Bothmer Pyrotechnik
Anstelle der Kometen für Palmen (Bild 8) kann eine Kugelbombe auch viele andere Effekte enthalten, wie z.B. „Crossettesterne“ (Bild 12), „gerollte Sterne“ (Bild 13) und „Falling Leaves“ (Bild 14). Durch variierende Anordnung, Größe und chemische Zusammensetzung des Inhaltes ist eine nahezu nie endende Vielfalt immer wieder neuer und innovativer Effekte gewährleistet.

Bild 10: Bilderreihe Produktion von Kometen und Sternen für die Profi-Feuerwerk-Produkte von Pyroland / Bothmer Pyrotechnik
Sind alle Komponenten in den beiden Pappschalenhälften untergebracht, werden diese zusammengeführt und -geklebt (Pasting). Schon steht wieder eine fertige Feuerwerk-Kugelbombe zum Abschuss bereit.

Bild 11: Fertige Feuerwerker-Kugelbomben in verschiedenen Kalibern aus dem Profi-Programm von Pyroland / Bothmer Pyrotechnik

Bild 12: Technische Zeichnung einer Feuerwerk-Kugelbombe 100mm, Crossette

Bild 13: Technische Zeichnung einer Feuerwerk-Kugelbombe 100mm, Goldweide zu bunten Spitzen

Bild 14: Technische Zeichnung einer Feuerwerk-Kugelbombe 100mm, Falling Leaf
Aufbau Römisches Licht
Römische Lichter dienen für Kreuz- und Fächerformationen verschiedenster Effekte, wie beispielsweise Goldschweif, Silberschweif, Einzelkometen in verschiedenen Farben und viele mehr. Herausragendes Merkmal ist, dass mehrere Schuss aus einer Pappröhre verschossen werden. Neben Kometen können auch mehrere Bombetten aus einem Rohr verschossen werden.
Der Aufbau ist sowohl im Profi-, als auch im Hobbyfeuerwerkersektor identisch. Sie unterschieden sich lediglich durch Zulassungsverfahren und das Maximalkaliber. Zusammengefasst zu römischen Lichterbündeln kann mit Römischen Lichtern eine Variante der Feuerwerk-Batterie gebaut werden. Sie finden übrigens im Pyroland Pyrotechnik Shop eine breit gefächerte Auswahl an einzelnen römischen Lichtern, ebenso wie an Lichterbündeln (z.B. Peking Opera).

Bild 15: Technische Zeichnung Römisches Licht, 8 Schuss, 49mm, Goldschweif
Die Zündung des Römischen Lichtes erfolgt über eine Zündschnur (1). Diese entzündet die Stoppine (2). Diese leitet das Zündfeuer direkt in die erste Ausstoßladung (7). Der Goldschweif-Komet (5) wird aus dem Papprohr (3) herausgeschossen, verglüht während des Fluges und zeichnet den gewünschten Effekt an den Himmel. Währenddessen brennt ein Zeitverzögerer durch die Pappscheibe mit Durchzündloch (6) zur nächsten Ausstoßladung. Dieser Vorgang wiederholt sich, bis alle Kometen abgeschossen sind.

Bild 16: Bilderreihe verschiedener Kombinationen an römischen Lichtern in unterster Ebene, durchgeführt von Pyroland / Bothmer Pyrotechnik
Aufbau Vulkane
Vulkane sind pyrotechnische Effekte, die geräuscharm abbrennen. Sie werden für ruhige Sequenzen in Feuerwerken benötigt. Insbesondere in Barockfeuerwerken und Hochzeitsfeuerwerken dürfen Vulkane nicht fehlen. Vom Jahr 2010 an sind Vulkane zu Silvester für den Feuerwerkfan besonders interessant geworden, da seither bis zu 250 Gramm Nettoexplosivstoffmasse erlaubt sind. Das bedeutet für den Silvesterfeuerwerkfan: endlich wunderbare Vulkane mit bis zu 5 Meter Steighöhe und 60 Sekunden Laufzeit! Vulkane zeichnen sich dadurch aus, dass diese mit zunehmender Effektdauer immer größer und heftiger im Abbrand werden, was wiederum auf Ihre Kegelform zurückzuführen ist. Die Variationen der Inhaltskomponenten sind reichhaltig und für jeden Zweck verfügbar, beispielsweise in Gold, Silber, mit Titanfunken oder Blinksternen, Gold und Silber im Wechsel und vieles mehr. Besonders empfehlenswert sind die großartigen Läubli-Vulkane aus dem Programm des gleichnamigen Schweizer Familienunternehmens.
Der Unterschied von Silvester- bzw. Klasse-II-Vulkanen zu Profivulkanen besteht ausschließlich in der enthaltenen Satzmenge und dem Zulassungsverfahren, ansonsten handelt es sich um die gleiche chemische Zusammensetzung und einen identischen Aufbau.

Bild 17: Technische Zeichnung Gold-Vulkan, 5 Meter Steighöhe, 50 Sekunden Laufzeit
Vulkane bestehen aus einer kegelförmigen Papphülse (1), in welcher der pyrotechnische Satz (7) untergebracht ist. Nach dem Entfernen der Schutzkappe (5) werden Vulkane über die Zündschnur (3) entzündet. Die Zündschnur entfacht den Anfeuerungssatz (6), welcher sehr hohe Temperaturen verursacht, die in der Lage sind, den eigentlichen pyrotechnischen Satz zu entflammen. Je weiter der Satz abbrennt, desto größer wird die Oberfläche des pyrotechnischen Satzes, wodurch die Wuchtigkeit des Vulkanes ansteigt, so dass hierdurch die Intensität und damit letztlich die Steighöhe zunimmt.

Bild 18: Bilderreihe verschiedener Vulkane von Pyroland / Bothmer Pyrotechnik
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